Die Rangordnung legt den individuellen Freiheitsgrad des eigenen Verhaltens im Umgang mit dem Sozialpartner und den Zugang zu bestimmten Objekten und Ressourcen fest.
 

Wie vermeide ich Probleme mit der Rangordnung:

Obwohl viele Hunderassen zuchtbedingt in ihrem Verhaltens- und Kommunikationsrepertoire eingeschränkt sind (Ringelschwanz, Schlappohren, langes Fell beeinträchtigen leider auch die Körpersprache), so bleiben sie dennoch Rudeltiere, die eine feste Rangordnung brauchen. Das Rudel ist die Familie (Menschen und Tiere) in der jeder seinen festen Platz hat. Der Hund sollte in dieser Hierarchie nie an oberster Stelle rangieren.

Wenn noch andere Hunde innerhalb der Familie leben muss auch hier ganz deutlich gemacht werden, wer der Chef ist. Ihr Hund wird sich nicht wie ein Kavalier benehmen, das ist Menschenverhalten.
Rücksichtnahme auf ein kleineres Tier dürfen Sie keinesfalls erwarten. Wenn das stärkere Tier seine Dominanz durchsetzt (Knurren, über das andere Tier stellen, Drohen, zuerst Fressen usw.) sollten Sie das durch Lob unterstützen, keinesfalls unterbinden, da Sie durch Unterstützung des niedriger gestellten Tieres Streitigkeiten provozieren. Das Alphatier (dominantes Tier) muss gegen das niedrigere gewinnen, wenn Sie es dafür tadeln, versteht es die Welt nicht mehr. Nach dem gleichen Prinzip können Sie allerdings auch einen Wechsel in der Ordnung unterstützen und erleichtern, so dass Beißereien und Blessuren vermieden werden.

Sie als Mensch müssen sich auch ein paar hündische Regeln zu Herzen nehmen, denn nur diese Sprache versteht Ihr Hund. Je höher das Mitglied des Rudels in der Rangordnung steht, desto mehr Rechte hat es (ähnlich, wie beim Menschen auch). Die strategisch höhere Position ist auch durchaus wörtlich zu nehmen, das Springen aufs Sofa oder Bett steht nur ranghohen Tieren oder Menschen zu. Nutzen Sie die Vorteile unserer automatisch erhobenen Körperhaltung aus. Umgekehrt können Sie ängstliche Tiere beruhigen, indem Sie sich auf eine niedrigere Ebene begeben.

Manche Hunde erhalten ihr Futter vor der Familie, währenddem die Familie isst oder sogar gleichzeitig etwas vom Tisch. Im Rudel fressen erst die ranghöheren Tiere, die übrigen bekommen nur die Reste ab. Genauso sollten die Menschen immer dem Tier vorausgehen, insbesondere durch Türen. In einer gefestigten Rangordnung darf ein Hund durchaus auf die Couch bzw. einmal voraus laufen, aber immer nur auf Kommando! Viele Tiere sind trotz verschiedenster Vorrechte liebenswerte Hausgenossen und unproblematisch Kindern gegenüber. Das sind die Hunde, die auch im Rudel keinen höheren Rang bekleiden würden. Dieses freundliche Verhalten wird bei bestimmten Rassen durch die Zuchtauswahl gefördert. Andererseits neigen z.B. einige Tiere dazu zum Alpha-Tier zu werden. Trotzdem sollte grundsätzlich bei allen Rassen mit "hündischen" Mitteln die Rangordnung geklärt werden.

Bitte bedenken Sie:
Ein Hund, der seinen Platz im Rudel kennt, ist bereit für seinen Besitzer alles zu tun, was dieser verlangt. Er tut dies außerdem sehr gerne! Er ist dadurch auch gleichzeitig ein gehorsamer Hund und ein angenehmer Begleiter überall. Um dies zu erreichen ist Schreien und Schimpfen, geschweige denn sind Schläge gar nicht nötig. Sie brauchen nur das natürliche Verhalten , soweit gewünscht, zu unterstützen. Lesen Sie auch dazu unter Erziehung.

Die nachfolgende Liste mit Dominanzhandlungen ist ausschließlich geeignet für Besitzer von Hunden, die keine Probleme mit der Rangordnung haben und diese auch nicht bekommen wollen. Wenn eine der Handlungen Angst oder Aggression auslöst, muss diese (vorläufig) ausgelassen werden. Sofern bereits Probleme mit der Rangordnung bestehen, gehören diese Tiere in die Hände von erfahrenen Trainern oder Verhaltensberatern. Das Ausführen der so genannten dominanzfestigenden Handlungen soll die Position des Besitzers gegenüber dem Hund verstärken, bevor Probleme aufgetreten sind. Daher sind sie besonders geeignet für Neuhundbesitzer, aber durchaus auch zur Verdeutlichung für erfahrene Halter.


-  Lassen Sie Ihren Hund nicht auf das Sofa oder in das Bett

-  Nehmen Sie im Umgang mit ihrem Hund keine tiefe Körperhaltung ein.

-  Lassen Sie ihren Hund minimal 10-15 mal täglich ein Kommando ausführen.
    Auf diese Weise verdient er sich Aufmerksamkeit in Form von Streicheleinheiten, Spielen, Leckerchen

-  Führen Sie mindestens 10-15 mal täglich eine Dominanzhandlung aus.

-  Bestimmen Sie immer selbst den Beginn und das Ende eines Handlungsablaufes.
    Ignorieren Sie den Hund, wenn er aufdringlich nach Aufmerksamkeit verlangt.
   (Nasenstupsen, bringen von Spielzeug, winseln oder Pfote geben)

-  Laufen Sie nicht selber auf den Hund zu, sondern rufen Sie ihn zu sich.
   Kommt er aus eigenem Antrieb, ignorieren Sie ihn.
Besonders wichtig ist diese Regel im Umgang mit Kindern.
   Der Besitzer, der aus welchem Grund auch immer selber auf den Hund zugeht,
   muss sein Anliegen "wahr machen" können.

-  Von Natur aus verteidigt auch der Rangtiefere immer seine Mahlzeit.
   Auch dem Ranghöheren gegenüber. In unserem  Zusammenleben ist dies aber nicht akzeptabel.
   Nehmen Sie dem Hund ab und an den Futternapf oder das Spielzeug weg.
   Wenn dies ohne Protest akzeptiert wird, geben Sie die Sachen sofort zurück und belohnen den Hund.

-  Lassen Sie nicht zu, dass der Hund Sie oder andere Personen anspringt, auch nicht, während Sie sitzen.

-  Spielen Sie keine wilden Zerrspiele mit dem Hund, wenn dieser das Kommando "Aus"
   noch nicht vollständig beherrscht. Erlauben Sie spielerisches Beißen in Arme oder Beine auf keinen Fall.
   Lassen Sie ihren Hund kein Spiel gewinnen.

-  Gehen Sie vor dem Hund aus der Türe.

-  Sie bestimmen die Route beim Spaziergang, nicht der Hund! Variieren Sie die täglichen Spaziergänge.

-  Das Aufreiten oder der Versuch dazu ist sofort zu unterbinden.

-  Der Hund muss zur Seite gehen, wenn er im Weg liegt oder steht. Wenn er schläft machen Sie keine Bögen
   um ihn herum, sondern einen  großen Schritt darüber hinweg.

-  Wenn Sie dem Hund in die Augen sehen, muss dieser den Blick abwenden. (Dieses aber nicht zu oft machen)

- Gewöhnen Sie ihn von klein auf an ein Pflegritual. Sie sollten ihn anfassen können wann und wo Sie wollen.

Vergessen Sie nie ihren Hund im richtigen Moment zu loben!!!
 




Zurück