Was braucht ein junger Hund?

Eine Welpenspielgruppe:

Für jeden kleinen Welpen bricht mit der Trennung von der Mutter und den Wurfgeschwistern erstmal seine "kleine" Welt zusammen. Bisher bestand sein Leben ja nur aus spielen, fressen und die Geborgenheit bei seiner Mutter.

Nach der Abgabe muss er sich an fremde Menschen und eine fremde ihm völlig Umgebung gewöhnen. Für einen kleinen 8 - 10 Wochen alten Hund ist dieser Schock alleine nicht zu bewältigen. Jetzt sind die neuen Besitzer gefordert, denn der Welpe sucht und braucht sehr viel Zuwendung. In dieser Phase hat es der Besitzer in der Hand, aus seinem Hund einen zuverlässigen, selbstsicheren Partner zu machen. Mit sehr viel Geduld und Überlegung, aber auch mit Hilfe anderer.

Denn jetzt, in dieser Zeit, ist es für den kleinen Hund wichtig, mit vielen Menschen zusammenzukommen, sich anfassen zu lassen und mit ihnen zu spielen. Wenn sich die Teilnahme an einer Welpenspielstunde anbietet, dann sollte das unbedingt genutzt werden. Das Welpenspiel fördert die Prägung und Sozialisierung des Hundes mit seinen Artgenossen.

Da erwachsene Hunde nicht in dem Maße mit dem "Jungvolk" spielen, ist es für einen Hund wichtig, Erfahrungen mit anderen Welpen zu sammeln. Mit gleichaltrigen Hunden wird ordentlich herumgetobt, und nebenbei noch ein wenig für das spätere Leben getan. Was Hunde in diesem Alter lernen, dass vergessen sie ihr Leben lang nicht mehr. Positive wie auch negative Erfahrungen. Natürlich sind auch ältere Hunde, die gut Sozialisiert sind wichtig für seine positive Prägung aber Welpen im gleichen Alter dürfen einfach nicht fehlen. Auch sollten die Welpen altersmäßig getrennt werden. Ein neun Wochen alter Welpe spielt ganz anders, als ein 20 Wochen alter Welpe. Im gleichen Alter, verstehe ich unter Gleichaltrige oder maximal 2-4 Wochen ältere Welpen.

In eine Welpenspielgruppe gehören meiner Meinung nach nur maximal 6-8 Welpen.

Später wird die Begegnung mit anderen Hunden wesentlich problemloser ablaufen, wenn Ihr Hund als Welpe eine richtige und gute Sozialisierung erfahren hat. Sie sollten mit Ihrem Welpen an der Spielstunde möglichst frühzeitig teilnehmen, jedoch nicht vor der 9. Lebenswoche. Je nach Entwicklung des Welpen endet die Spielstunde ca. im 6. Lebensmonat.

Für die Besitzer sollte diese Früherziehung in erste Linie Erhalten von Basiswissen zur Mensch-Hund-Beziehung, Erkennen und Einsetzen von Körpersprache, erarbeiten von Motivationsmöglichkeiten und vor allem das Verständnis, was es zu einer gesunden Beziehung zum Vierbeiner braucht, bedeuten.

Ganz nebenbei lernt man noch andere Hundehalter und bestimmt jede Menge Tipps und Tricks zur Hundehaltung usw. kennen. Ganz wichtig ist es, die Welpen sollten spielen und toben und nicht arbeiten.

Sehr gut hingegen sind kleine Übungen, die der Bindung an den Hundehalter dienen. So lernt der Welpe soziales Verhalten zu Menschen, er akzeptiert auch andere und ordnet sich unter. Es ist enorm wichtig den Spieltrieb zu fördern, denn über diesen Spieltrieb kann bei der späteren Ausbildung viel erreicht werden.

Hund und Besitzer sollten gemeinsam die Grundlagen der erfolgreichen Hundeerziehung lernen.

Optimal ist es, wenn das Lernen zum Spiel wird, das heißt, der Übergang vom normalen Spaßleben zum Lernleben sollte fließend sein. Da fallen Hundeplätze, wo mit Bestrafung in Form von Gewalt und viel Druck gearbeitet wird natürlich aus.

Es beginnt daher das konsequente Lernen zu einem umwelt- und familiensicheren Hund schon in frühester Hundekindheit! Schon in der Welpenstunde sollten die Hundebesitzer lernen, wie man mit dem neuen Familienmitglied so kommuniziert, den kleinen Neuankömmling so prägt, ihn erzieht und gedeihen lässt, dass er zu einem charakterlich gefestigten, sozialverträglichen Gefährten wird, der in jeder Situation verlässlich bleibt.

Im Gegenzug sollten seine Menschen lernen, ebenso klare Regeln zu beachten und dem Hundekind jegliche positive Erfahrungen zugänglich machen.

Gemeinsame Aufgaben und Beschäftigung machen Spaß und festigen die Mensch-Hund-Beziehung! Heutzutage gibt es ja genügend sportliche Betätigung was man mit einem Hund machen kann. Ob es Agility, Obedience, Dog-Dancing, Flyball, Leistungsprüfungen, Fährtenausbildung oder was es sonst gibt ist, egal was, aber da in unserer heutigen Zeit Hunde keine wirklichen Aufgaben mehr haben, ist es an uns, ihnen zumindest ein wenig Abwechslung und eine Aufgabe zu verschaffen. Ein "langweiliges Leben" macht unglücklich, unausgelastet und bringt früher oder später etwaige Probleme.


Wirkliche Lernerfolge sind auch nur in Stücken von maximal 1-2 x täglich 10-15 Minuten möglich.

Das Alles lässt sich am besten in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter, sprich Hundeliebhaber durchführen.

Und bedenken Sie für die spätere Ausbildung ihres Hundes, zuerst lernt der Mensch, dann das Tier.
 

Noch etwas, was ich wichtig finde und was Neuhundebesitzer von Anfang an wissen sollten:

Ein Hund hat keine Moral - er kennt nicht "gut" oder "schlecht", er verhält sich immer folgerichtig.

Das heißt, wenn das, was er erlebt, keine unangenehme Erfahrung ist, wird er sein Erlebnis zu seiner Verhaltensweise machen.  Also müssen wir als Mensch, wenn unser Hund sich "falsch" verhält, ihn merken lassen, dass es falsch war.  Zum Beispiel durch unseren Tonfall oder durch die Art, wie wir zu ihm sprechen. Aber da ist nicht, wie vielleicht viele Denken, die Lautstärke gemeint. Hunde hören nämlich sehr gut.
Der Hund kann ja nicht wissen, dass er an dem "falschen Schuh" gekaut hat. Erwischt man ihn dabei, sollte man durch die Stimme schimpfen und bei Wiederholung "strafen", so wie Hundemütter ihre Welpen behandeln (auf den Rücken legen und den Blick erst abwenden wenn der Welpe weg sieht).

Ganz ohne Gewalt, Hysterie und Aggressionen.

Ich setzte mich für eine hundgerechte Ausbildung ein, bin jedoch kein Freund von antiautoritärer Erziehung.
Klare Grenzen aufgezeigt bekommen, liebevolle Konsequenz erfahren und im Bedarfsfall Korrektur falsch erlernter Verhaltensweisen sind nur einige Zutaten jeder glücklichen Mensch-Hund-Beziehung. Aber so sieht für mich eine optimale Hundeerziehung aus. Kommunikationsprobleme und Verhaltensauffälligkeiten haben häufig ihre Ursache in einer Fehlverständigung Mensch - Hund.


Für mich sieht ein Hund viel deutlicher hinter die "Fassade" des Menschen, als wir es annehmen.
Er hat ja auch den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als uns auf Schritt und Tritt zu beobachten. So kann er Dinge wahrnehmen, die in uns selbst völlig unbewusst ablaufen, derer wir uns nicht mal bewusst sind.


Nach der Welpenspielgruppe folgt die Junghundegruppe:

Gerade die Halbstarken-Gruppe ist äußerst wichtig, gerade für die Hund-Mensch-Beziehung, weil man im Zuge der Hormonumstellungen und der auch bei Hunden stark merklichen „Pubertät“ oft schon eventuellem Problemverhalten prima entgegenwirken kann. Auch hier sollte das Sozialverhalten großgeschrieben werden.
 


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